Erst in der Nacht zeigen sich am Himmel die Sterne. Was ist aus mir geworden? Wohin geht meine Sehnsucht? Was vermisse ich? Abseits vom Trubel der Vorweihnachtszeit laden die Exerzitien ein, in die Stille der langen Nächte zu gehen und nach der Verheißung im eigenen Leben zu fragen. Die Einzelexerzitien geben den Teilnehmenden viel Raum, Orientierungspunkte zu suchen und dem Ruf der eigenen Lebensspur und Gottesbeziehung zu folgen. Am Mittwochabend führen die Kursleiterinnen in die Exerzitien ein. Danach schweigen wir durchgehend. Morgenimpulse, tägliche Einzelgespräche, Übungen zur Körperwahrnehmung unterstützen den individuellen Weg und strukturieren den Tag. Die persönliche Einkehrzeit können die Teilnehmenden mit Schriftbetrachtung, Gebet, Meditation, Spaziergängen oder kreativem Ausdruck gestalten. Eine Mahlfeier am Sonntag rundet die Exerzitien ab.
Bei sommerlicher Hitze sich mit einem Sprung ins Wasser in ein anderes Element zu begeben – das erfrischt und weckt die Sinne. In ähnlicher Weise tauchen die Teilnehmenden in die bewegende Welt der geistlichen Übungen nach Ignatius von Loyola ein, der um 1534 den Jesuitenorden mitbegründete im Credo: innere Erneuerung durch persönliche Christusbeziehung. Die Übungen helfen, mich selbst, meine Herkunft, Gegenwart und Zukunft bewusster wahrzunehmen. Kleine spirituelle Impulse lassen eintauchen in Gottes lebendige Gegenwart, die mich umgibt und trägt – etwa: in der Natur Verbindung zu anderen Wesen der Schöpfung entdecken oder mich in eine Figur aus einer biblischen Situation hineinversetzen. Nach einer Einführung am Freitag verbringen die Teilnehmenden den Samstag im Schweigen mit Zeiten der gemeinsamen Meditation und Solo-Zeiten.
Einmal im Jahr bieten wir einer überschaubaren Gruppe von ca. 12 Personen die Möglicheit, vier Tage in gemeinsamer Stille im Meditationszentrum von Gundula Meyer in der Nähe von Braunschweig zu verbringen. Ein stiller spiritueller Ort, aufgebaut und geleitet von Gundula Meyer., die voraussichtlich an einem Vormittag auch dabei sein wird.
Die Tage von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen sind geprägt von der gemeinsamen getragenen Stille, in der sich 20minütige Kontemplationszeiten mit Gehen, kleineren Körperübungen und Pausen abwechseln. Jeder , der die Übung kennt (sie ähnelt dem Zazen ) ist willkommen!
Bitte meldet euch an unter Volker.Bier@ekir.de oder Karin.Ternig@t-online.de. Weitere Infos unter 0177 6193800 (Volker Bier)
„Die Sitzung endet mit Gebet“, so heißt es in vielen Sitzungsprotokollen. Nur: Irgendjemand muss es ja machen. Wie kann ich für den gemeindlichen Alltag (und mein persönliches Leben) Gebete formulieren, die einladend sind, theologisch und geistlich weit, aber auch konzentriert, und die andere zum eigenen Mitbeten ermutigen?
Mit Methoden des kreativen Schreibens und Impulsen aus der Exerzitienarbeit tasten wir uns an eigene Worte heran, probieren aus, stellen um, verwerfen oder behalten. Und stellen (hoffentlich) fest: Es geht. Unsere Verbindung wird gehalten…
Wer mag, bringt das eigene bevorzugte Schreibzeug mit. Und vielleicht eine eigene Bibel. Gerne auch Lust am Ausprobieren.
Pfarrer Dr. Holger Pyka, Direktor Seminar für pastorale Ausbildung
Antje Rinecker, Studienleiterin