Sind meine eigenen Grenzen nur einschränkend, oder haben sie auch einen Wert? Wo genau liegen meine persönlichen Grenzen, wo fängt der ‚rote Bereich‘ an? Was passiert, wenn ich über meine Grenzen gehe? Gibt es eine Grenze zwischen Gott und mir?
Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen die Kursteilnehmenden sich in dieser Schweigewoche im Licht des Psalmwortes und anderer biblischer Bezüge. Dabei hat jede*r genügend Zeit, um eigenen Erfahrungen nachzuspüren und Chancen des Umgangs mit Grenzen zu entdecken: mit zweimal täglichem Sitzen in der Stille, eutonischen Übungen zur Körperwahrnehmung und -erfahrung, kreativen Zeiten und durchgehendem Schweigen bis auf die Gespräche in der Gruppe zu biblischen Impulsen.
Manch ein Stein versperrt mir den Zugang zum Leben – und ich finde nicht die Kraft, ihn von mir aus zur Seite zu räumen. Die Teilnehmenden dieses Osterkurses stellen sich, ermutigt vom gemeinsamen Mahl am Gründonnerstag, auch dem Belastenden in ihrem Leben und suchen nach Zeichen, die den Weg zu mehr Lebendigkeit, Freude und Fülle öffnen. Gemeinsam vollziehen wir in diesen Tagen die Passionsgeschichte: wie Träume zerbrechen am Karfreitag, wie wir sprachlos sind am Karsamstag, und wir erleben das Wunder des neuen Lebens am Ostersonntag. Wir bringen dabei unser Leben mit dem Glauben in Verbindung: Dieser Aufgabe stellen die Teilnehmenden sich im Schweigen, im kreativen Arbeiten, im Austausch über biblische Impulse und mit meditativen Tänzen. Diesen besonderen Tagen entsprechend sind die gottesdienstlichen Zeiten kontemplativ und festlich gestaltet.
Diese stillen Tage laden dazu ein, von allen Rollenerwartungen und -bildern, mit denen wir Menschen täglich konfrontiert werden, Abstand zu nehmen und mit Ruhe und Offenheit bei sich selbst anzukommen: Wer werde ich? Wer kann ich sein? Im Laufe des Lebens sind in uns oft widersprüchliche (Rollen-)Bilder von uns selbst gewachsen. Diese sind uns häufig nicht bewusst und schaden uns deshalb, lähmen oder ermüden. Diese kennenzulernen, zu enttarnen und stärkende Selbstbilder dagegen zu entwickeln, ist Ziel der Tage. Dazu nutzen die Teilnehmenden kleine spirituelle und psychologische Impulse und kreative Methoden. Meditationszeiten, biblische Impulse, Körperarbeit, aktive Imagination, angeleiteter Austausch und gestalterischer Ausdruck fördern den Prozess, sodass alle gestärkt und fröhlich in den Alltag zurückkehren können. Außerhalb der Gruppenarbeitsphasen finden die Tage im Schweigen statt.
Die Tage mit Meditation, Körperarbeit und Einzelgesprächen sind ein Angebot für Pfarrer*innen und kirchliche, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, die
- eine Atempause brauchen und ihren Alltag überdenken wollen
- sich innerhalb der Vielfalt ihres beruflichen und privaten Lebens innerlich sammeln möchten, um Zeit und Aufmerksamkeit für sich selbst und Gott zu haben
- in einer Phase der beruflichen oder lebensplanerischen (Neu-)Orientierung sind
Salutogenese richtet den Blick darauf, wie ganzheitliches Gesundsein an Körper, Geist und Seele entsteht und gepflegt werden kann.
Dieser Kurs macht mit Meditation und Körperarbeit im Rahmen der aktiven Salutogenese und Selbstfürsorge vertraut. Zahlreiche Untersuchungen bestätigen die gesundheitsfördernde Wirkung von Meditation, besonders wenn sie mit Körperarbeit verbunden ist. Diese Form der Spiritualität hat sich als heilsam erwiesen. Deshalb haben diese Tage drei Schwerpunkte: STOP: Zeiten des persönlichen Innehaltens (unverplante Zeit) – LOOK: Vertraut werden mit klassischer Meditation und aktiver Körperarbeit aus verschiedenen Bereichen – GO: Gestaltung, wie es zu Hause gut weitergehen kann.
Die Kursleitung hält den Rahmen der Tage mit der Möglichkeit zu Einzelgespräch(en) und gemeinsamer Morgen- und Abendandacht.
Wir bieten Ihnen:
– Biblische Impulse zum Thema Salutogenese bei den Morgenandachten
– Einführung (auch für Wiedereinsteigende) in die Übung der Meditation (Stilles Sitzen, Herzensgebet u.a.).
– Einzelgespräche