Wir Menschen sind verletzbare Wesen: von Geburt an vielfältigen Verletzungen und Verlusten ausgesetzt, die uns vom Leben und manchmal auch von den Nächsten zugemutet werden. Gleichermaßen sind wir verletzungsmächtige Wesen, die Andere – bewusst und unbewusst – verwunden. Welchen Platz hat unsere Verletzbarkeit auf unserem spirituellen Weg? Und wie bewusst gehen wir mit unserer Verletzungsmacht um?
In der christlichen Mystik begegnet uns Verletzbarkeit als schöpferischer Gestaltungsraum und Ort inniger Begegnung mit dem Anderen. Der Mut, diesen Raum offen zu halten, will geübt werden. Die Teilnehmenden widmen sich einigen großen Menschheitswunden, die unter den eigenen alltäglichen Verletzungen liegen. Wir betrachten gemeinsam kraftvolle Bilder aus der Passionsgeschichte und üben uns in der Perspektive, dass gerade unsere Verletzbarkeit Quelle der Gotteserfahrung sein kann. Zudem gestalten poetische Reflexion, gemeinsames Singen, Kleingruppenarbeit und Meditation in Stille die vorösterlichen Tage.